Innenecke einer Kunststoffbahn-Abdichtung an einer Aufkantung

Flachdach-Anschlüsse: Attika, Dachrand und Wandanschluss richtig ausführen

Von Blerim Rama, Dachdeckermeister · RAMA Abdichtungstechnik, Frankfurt am Main · Stand: September 2026

Kurz zusammengefasst Flachdächer werden fast nie in der Fläche undicht, sondern am Anschluss. Nach DIN 18531-1 und der Flachdachrichtlinie muss die Abdichtung bei Dachneigungen bis 5° mindestens 15 cm an aufgehenden Bauteilen und Durchdringungen hochgeführt werden und mindestens 10 cm am Dachrand. Über 5° Neigung genügen 10 bzw. 5 cm. Eine Reduzierung auf 5 cm ist nur in Verbindung mit einer Entwässerungsrinne zulässig.

Warum Anschlüsse und nicht Flächen kaputtgehen

Die Fläche eines Flachdachs ist die einfachste Stelle – der Schaden sitzt fast immer dort, wo die Abdichtung aufhört.

In der Fläche liegt eine Bahn auf einer Bahn, überlappt und verschweißt. Am Anschluss trifft die Abdichtung auf etwas anderes: eine Wand, eine Brüstung, ein Blech, ein Rohr, eine Türschwelle. Dort ändern sich Material, Bewegungsverhalten und Temperaturgang – und dort wird von Hand gearbeitet, nicht in der Bahn.

Deshalb ist die Reihenfolge, in der wir bei einer Leckagesuche schauen, fast immer dieselbe: Ablauf, Attika, Wandanschluss, Durchdringung – und erst danach die Fläche. Wenn bei Ihnen Wasser ankommt, hilft zur Einordnung der Ratgeber Dach undicht: Was tun.

Die Anschlusshöhen: die Zahl, die man kennen muss

Bei Dachneigungen bis 5° muss die Abdichtung an aufgehenden Bauteilen und Durchdringungen mindestens 15 cm über die Oberfläche des Belags hochgeführt werden, am Dachrand mindestens 10 cm.

BauteilNeigung bis 5°Neigung über 5°
Aufgehende Bauteile, Durchdringungenmind. 15 cmmind. 10 cm
Dachrandmind. 10 cmmind. 5 cm

Grundlage sind DIN 18531-1, Abschnitt 6.7, und die Flachdachrichtlinie.

Die einzige zulässige Ausnahme: Eine Reduzierung der Anschlusshöhe auf 5 cm ist nur in Verbindung mit einer Entwässerungsrinne beziehungsweise einem Entwässerungsrost zulässig – typischerweise an barrierefreien Türschwellen. In Schneelastzone 3 und bei barrierefreien Türen wird die Rinne mit mindestens 20 cm Breite und beheizt ausgeführt.

Warum diese Zahl so oft gerissen wird: Sie kostet Höhe. Bei einer Terrassentür, bei einer niedrigen Attika oder nach einer Sanierung, bei der eine zusätzliche Lage aufgebracht wurde, fehlen plötzlich drei Zentimeter. Und dann wird die Höhe „angepasst” statt das Detail gelöst. Dass Sanierungsschichten Höhen auffressen, erklären wir im Flachdach-Aufbau.

Die Attika: was die Abdeckung wirklich leisten muss

Die Attika ist die aufgehende Brüstung am Dachrand – und die Stelle, an der Abdichtung, Blech und oft auch der Ablauf zusammentreffen.

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Drei Dinge müssen dort gleichzeitig funktionieren:

1. Die Abdichtung muss hoch und oben angeschlossen sein. Nicht bis zur halben Attika, nicht bis knapp unter die Abdeckung, sondern so weit hoch, dass sie oben mechanisch gesichert und der Abschluss regensicher ist.

2. Die Abdeckung muss nach innen entwässern. Eine Attikaabdeckung mit Gefälle nach außen schickt Wasser über die Fassade. Nach innen geführt, landet es auf dem Dach und läuft dort ab, wo die Entwässerung sitzt. Das ist der Grund, warum Fassaden unter einer falsch geneigten Abdeckung verschmutzen und irgendwann Algen ansetzen.

3. Das Blech muss sich bewegen dürfen. Metall arbeitet mit der Temperatur. Eine durchlaufende Blechabdeckung ohne Dehnungsmöglichkeit reißt an den Befestigungen oder wirft Beulen. Deshalb gehören Dehnungsausgleich und richtig gesetzte Befestigungen dazu – und deshalb ist eine Attikaabdeckung Klempnerarbeit, keine Montagearbeit.

Dazu kommt der Windsog: Der Dachrand ist die Zone mit den höchsten Sogkräften auf dem ganzen Dach. Was in der Fläche hält, hält am Rand nicht automatisch.

Nicht in diesem Artikel: Attikagullys und Wasserspeier, also die Entwässerung durch die Attika. Die haben wir getrennt behandelt, unter Dachentwässerung am Flachdach.

Der Dachrand ohne Attika

Wo keine Brüstung vorhanden ist, übernimmt ein Dachrandprofil den Abschluss – und braucht mindestens 10 cm Anschlusshöhe bei Neigungen bis 5°.

Das Profil hat drei Aufgaben: Es klemmt oder sichert die Abdichtung mechanisch, es führt das Wasser mit einer Tropfkante von der Fassade weg, und es gibt dem Rand eine definierte Kante.

Was hier schiefgeht, ist meist eines von drei Dingen:

  • Die Abdichtung ist zu kurz und endet unter dem Profil, statt sauber angeschlossen zu sein
  • Kein Dehnungsausgleich in langen Profilstößen
  • Keine oder eine zu kurze Tropfkante – dann läuft das Wasser die Fassade hinunter statt abzutropfen

Ein Dachrandprofil kaufen kann jeder. Der Anschluss darunter entscheidet, ob es dicht ist.

Der Wandanschluss

Am Wandanschluss wird die Abdichtung an ein aufgehendes Bauteil hochgeführt und oben so abgeschlossen, dass kein Wasser hinter die Abdichtung laufen kann.

Die 15 cm sind die Untergrenze, nicht das Ziel. Entscheidend ist der oberste Abschluss: Er muss mechanisch gesichert und gegen Hinterlaufen geschützt sein – über eine Anschlussschiene, eine Einfassung, eine Wandanschlussprofilschiene oder einen Anschluss in eine Nut. Was nicht trägt, ist eine Dichtstofffuge als einzige Sicherung. Dichtstoff ist Wartungsmaterial mit begrenzter Lebensdauer, keine Abdichtung.

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Zweiter Punkt, der oft fehlt: Die Hochführung braucht im Übergang von der Fläche zur Senkrechten eine Kehle, keinen scharfen 90-Grad-Knick. Eine Bahn, die über eine scharfe Kante gezogen wird, ist an dieser Kante dünner und arbeitet sich dort auf.

Wenn an einem Wandanschluss über Jahre Wasser eindringt, wandert die Feuchtigkeit in die angrenzende Wand – und äußert sich im Innenraum als Fleck, der nach einem Wandproblem aussieht. Woran man das unterscheidet, steht unter feuchte Wände: Ursachen.

Durchdringungen: jede eine Fehlerquelle

Jede Durchdringung ist eine Unterbrechung der Abdichtung und sollte auf ein Minimum begrenzt werden.

Typische Durchdringungen auf einem Flachdach: Entlüftungsrohre, Antennen- und Kabelführungen, Lichtkuppeln, Dachluken, Blitzschutz und heute immer häufiger Befestigungspunkte von Photovoltaikanlagen.

Was jede einzelne braucht:

  • Die volle Anschlusshöhe – 15 cm bei Neigungen bis 5°, genau wie an der Wand
  • Ausreichend Abstand zu Rändern, Kehlen und zu anderen Durchdringungen, damit überhaupt sauber gearbeitet werden kann
  • Einen Manschetten- oder Flanschanschluss, der zum Abdichtungsmaterial passt
  • Erreichbarkeit für die Wartung

Der praktische Prüfpunkt für Eigentümer: Wenn auf Ihrem Dach ein Rohr steht, um das herum die Abdichtung nur flach angeklebt wurde und oben eine Kappe mit Dichtstoff sitzt, ist das kein fachgerechter Anschluss. Für solche Einzelstellen ist eine Dachreparatur oft ausreichend – wenn der Rest des Dachs trägt.

Anschlüsse prüfen lassen

Anschlüsse sind die Stellen, die man von unten nicht sieht und von oben nur erkennt, wenn man weiß, worauf man schaut. Wir prüfen Attika, Dachrand, Wandanschlüsse und Durchdringungen vor Ort und sagen Ihnen, was hält und was nicht. → Flachdachabdichtung Frankfurt · Flachdachabdichtung Offenbach · Hanau · Wiesbaden · Darmstadt · Bad Homburg · Rüsselsheim

Die sechs Anschlussfehler, die wir am häufigsten finden

1. Anschlusshöhe unter 15 cm. Der Klassiker, meist an Türschwellen und niedrigen Attiken – und ohne die Entwässerungsrinne, die eine Reduzierung erst zulässig machen würde.

2. Attikaabdeckung mit Gefälle nach außen. Wasser über die Fassade statt aufs Dach.

3. Dichtstoff als Abschluss. Eine Fuge ersetzt keine mechanische Sicherung gegen Hinterlaufen.

4. Scharfer Knick statt Kehle. Die Bahn wird an der Kante dünn und reißt dort zuerst.

5. Kein Dehnungsausgleich im Blech. Risse an den Befestigungspunkten, Beulen in der Abdeckung.

6. Durchdringungen zu dicht beieinander. Wenn zwischen zwei Rohren kein Platz für eine ordentliche Manschette ist, wird improvisiert.

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Häufige Fragen zu Flachdach-Anschlüssen

Wie hoch muss die Abdichtung am Flachdach hochgeführt werden?

Bei Dachneigungen bis 5° mindestens 15 cm über die Oberfläche des Belags an aufgehenden Bauteilen und Durchdringungen, am Dachrand mindestens 10 cm. Bei Neigungen über 5° genügen 10 beziehungsweise 5 cm. Grundlage sind DIN 18531-1 und die Flachdachrichtlinie.

Darf die Anschlusshöhe unter 15 cm liegen?

Nur in Verbindung mit einer Entwässerungsrinne oder einem Entwässerungsrost, dann sind 5 cm zulässig. Das ist der übliche Weg an barrierefreien Türschwellen. In Schneelastzone 3 und bei barrierefreien Türen wird die Rinne mit mindestens 20 cm Breite und beheizt ausgeführt.

In welche Richtung muss eine Attikaabdeckung Gefälle haben?

Nach innen, also zum Dach hin. Dann läuft das Wasser dorthin ab, wo die Dachentwässerung liegt. Ein Gefälle nach außen führt das Wasser über die Fassade, was zu Verschmutzung, Algenbildung und langfristig zu Schäden am Putz führt.

Warum wird ein Flachdach am Anschluss undicht und nicht in der Fläche?

Weil am Anschluss verschiedene Materialien mit unterschiedlichem Bewegungsverhalten zusammentreffen und von Hand gearbeitet wird. In der Fläche liegt Bahn auf Bahn, verschweißt und überlappt. Am Anschluss entscheiden Höhe, Kehle und der oberste Abschluss über die Dichtigkeit.

Reicht Dichtstoff für einen Wandanschluss?

Nein. Dichtstoff ist Wartungsmaterial mit begrenzter Lebensdauer und ersetzt keine mechanische Sicherung. Der obere Abschluss der Hochführung braucht eine Anschlussschiene, eine Einfassung oder einen Anschluss in eine Nut, damit kein Wasser hinter die Abdichtung laufen kann.

Wie viele Durchdringungen darf ein Flachdach haben?

So wenige wie möglich – Durchdringungen der Dachabdichtung sollten auf ein Minimum begrenzt werden. Jede einzelne braucht die volle Anschlusshöhe, einen passenden Manschetten- oder Flanschanschluss und genug Abstand zu Rändern und anderen Durchdringungen, damit fachgerecht gearbeitet werden kann.

Anschlüsse fachgerecht ausführen lassen

RAMA Abdichtungstechnik ist Dachdeckermeisterbetrieb in dritter Generation mit Sitz im Otto-Ernst-Weg 3, 65929 Frankfurt-Unterliederbach. Wir führen Attika-, Dachrand- und Wandanschlüsse sowie Durchdringungen nach DIN 18531 und Flachdachrichtlinie aus – im gesamten Rhein-Main-Gebiet, mit schriftlicher Garantie auf die Abdichtungsarbeiten.

Erstbesichtigung und Kostenvoranschlag sind kostenlos. → Termin anfragen