Flüssigkunststoff-Abdichtung an der Attika eines Flachdachs

Flüssigkunststoff-Abdichtung: PMMA oder PU, Kosten und Haltbarkeit

Von Blerim Rama, Dachdeckermeister · RAMA Abdichtungstechnik, Frankfurt am Main · Stand: Oktober 2026

Kurz zusammengefasst Eine Flüssigkunststoff-Abdichtung ist ein flüssig aufgetragenes Reaktionsharz, meist PMMA oder Polyurethan (PU), das mit einem Vlies armiert wird und zu einer nahtlosen Abdichtung aushärtet. Sie eignet sich für Balkone, Terrassen, Flachdächer und vor allem für Anschlüsse. Fachgerecht ausgeführt kostet sie rund 30 bis 120 Euro pro m² netto (Stand 2026) und hält etwa 20 bis 25 Jahre.

Was ist eine Flüssigkunststoff-Abdichtung?

Eine Flüssigkunststoff-Abdichtung ist eine vor Ort hergestellte, fugenlose Abdichtungsschicht aus Kunstharz und Vlieseinlage, die nach dem Aushärten wie eine verschweißte Bahn ohne Nähte wirkt. Das Harz wird in flüssigem Zustand gerollt oder gestrichen, ein Polyestervlies wird eingebettet und mit weiterem Harz gesättigt. Nach der chemischen Reaktion entsteht eine elastische, rissüberbrückende Membran, die vollflächig auf dem Untergrund haftet.

Der wichtigste Unterschied zu einem Anstrich: Ein Flüssigkunststoff-System ist ein geprüftes Abdichtungssystem mit definierter Mindestschichtdicke, Grundierung, Vlies und Deckschicht. Eine dünne Farbbeschichtung, wie sie unser Beitrag zu Dachbeschichtung und ihren Kosten beschreibt, schützt eine Oberfläche, dichtet aber kein undichtes Dach ab.

In der Praxis setzen wir Flüssigkunststoff dort ein, wo Bahnen an ihre Grenzen kommen: auf kleinen, verwinkelten Flächen und an Details. Bei der Balkonabdichtung in Frankfurt ist er oft die passende Lösung, weil Türschwellen, Geländerpfosten und Randprofile auf wenigen Quadratmetern zusammenkommen. Bei der Flachdachabdichtung ist Flüssigkunststoff erste Wahl an Attika, Gully, Lichtkuppel und engen Durchdringungen.

PMMA, PU und andere Harze: welcher Flüssigkunststoff wofür?

Für Abdichtungen im Außenbereich haben sich zwei Harzfamilien durchgesetzt: PMMA (Polymethylmethacrylat) und PU (Polyurethan). Beide sind als Abdichtungssysteme geprüft. Sie unterscheiden sich vor allem in Aushärtezeit, Geruch, Verarbeitung und Preis.

PMMA ist ein zweikomponentiges Harz. Es wird mit einem Katalysator angemischt und härtet sehr schnell aus: Je nach System ist die Fläche nach etwa 30 bis 60 Minuten regenfest und überarbeitbar. Das macht PMMA ideal für Balkone in bewohnten Häusern, für Arbeiten mit engem Zeitfenster und für die kühle Jahreszeit, weil viele PMMA-Systeme auch bei niedrigen Temperaturen reagieren. Der Nachteil ist der stechende Geruch während der Verarbeitung. Fenster und Lüftungsöffnungen in der Nähe müssen geschlossen bleiben.

PU gibt es vor allem als einkomponentiges, feuchtigkeitshärtendes Material. Es wird ohne Anmischen direkt aus dem Gebinde verarbeitet, ist meist lösemittelfrei oder lösemittelarm und riecht deutlich weniger. Dafür braucht es länger: Je nach Temperatur und Luftfeuchte dauert die Aushärtung einige Stunden bis Tage. Regen kurz nach dem Auftrag ist ein echtes Risiko.

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Andere Harze spielen bei Balkon und Dach eine Nebenrolle. Epoxidharz (EP) ist hart und kaum dehnfähig. Es dient als Grundierung oder als Industriebodenbeschichtung, nicht als bewitterte Abdichtung. Die 1-Komponenten-Produkte aus dem Baumarkt basieren oft auf MS-Polymer oder Hybridtechnik. Sie sind für kleine Reparaturen gedacht und in der Regel kein geprüftes Flächensystem.

EigenschaftPMMAPU (1K)
Komponenten2 (Harz + Katalysator)1, aus dem Gebinde
Regenfest / überarbeitbarca. 30–60 Minuteneinige Stunden bis Tage
Geruchstark während der Verarbeitunggering
Verarbeitung bei Kälteoft möglich (systemabhängig)eingeschränkt, langsame Reaktion
Typischer EinsatzBalkon, Loggia, Details, enge ZeitfensterDetails am Dach, größere ruhige Flächen
Preis Fläche (netto, Stand 2026)ca. 50–90 €/m²ca. 30–60 €/m²

Welches Harz besser ist, entscheidet nicht das Datenblatt, sondern die Baustelle: Wer den Balkon am selben Tag wieder betreten will, braucht PMMA. Wer an einer Lüftungsanlage oder im Innenhof mit offenen Fenstern arbeitet, ist mit PU oft besser beraten.

Wo wird Flüssigkunststoff eingesetzt?

Flüssigkunststoff wird überall dort eingesetzt, wo Wasser abgehalten werden muss und die Geometrie für Bahnen ungünstig ist. Typische Einsatzorte:

  • Balkone und Loggien: kleine Flächen mit vielen Anschlüssen, häufig mit direkt begehbarer Deckschicht
  • Terrassen und Dachterrassen: als Abdichtung unter einem Belag oder als begehbare Oberfläche
  • Flachdächer: vor allem an Details wie Attika, Dachrand, Gullys, Lichtkuppeln und Lüftern, auf kleineren Flächen auch vollflächig
  • Anschlüsse und Durchdringungen: Rohre, Stützen, Geländerpfosten, Unterkonstruktionen von Photovoltaik auf dem Flachdach
  • Tür- und Fensteranschlüsse: die Stelle, an der bei Balkonen und Terrassen die meisten Schäden entstehen

Wann bei einer Terrasse eher eine Folie und wann eher eine Beschichtung passt, vergleichen wir ausführlich im Beitrag Terrassenabdichtung: Folie oder Beschichtung?. Wie Anschlüsse am Dachrand fachgerecht ausgebildet werden, zeigt der Ratgeber zu Flachdach-Anschlüssen an Attika und Dachrand.

Aufbau und Ablauf: So entsteht eine Flüssigkunststoff-Abdichtung

Eine Flüssigkunststoff-Abdichtung besteht immer aus Untergrundvorbereitung, Grundierung, vliesarmierter Abdichtungsschicht und Deckschicht. Jede Stufe hat ihre eigene Fehlerquelle. Der Ablauf beim Fachbetrieb:

  1. Befund und Untergrundprüfung. Wir prüfen Tragfähigkeit, Haftung, Restfeuchte und Gefälle. Bei Beton ist für PMMA in der Regel eine Restfeuchte von höchstens 4 % gefordert. Maßgeblich sind die Angaben des Systemherstellers.
  2. Untergrund vorbereiten. Lose Altbeschichtungen, Zementschlämme und Verschmutzungen werden abgeschliffen oder gestrahlt. Ausbrüche und Fehlstellen werden reprofiliert. Liegt Bewehrung frei, kommt zuerst die Betoninstandsetzung.
  3. Grundierung auftragen. Die Grundierung ist auf den Untergrund abgestimmt: Beton, Estrich, Metall, Holz oder alte Bitumenbahnen brauchen jeweils eine andere. Ohne passende Grundierung haftet das System nicht dauerhaft.
  4. Details zuerst. Anschlüsse an Wand, Tür, Rinne und Durchdringungen werden vor der Fläche abgedichtet, meist mit vorgeschnittenen Vliesstücken für Ecken und Rohre.
  5. Abdichtungsschicht mit Vlies. Harz wird aufgetragen, das Vlies blasenfrei eingelegt und sofort mit weiterem Harz gesättigt („nass in nass”). Die Vliesbahnen überlappen sich um einige Zentimeter. So entsteht die geforderte Mindestschichtdicke, bei hochwertigen Ausführungen mindestens rund 2,1 mm.
  6. Deckschicht oder Versiegelung. Auf Balkonen und Terrassen folgt eine Verschleiß- oder Nutzschicht, oft mit Quarzsand für Rutschhemmung und Farbchips für die Optik. Auf dem Dach schützt eine UV-beständige Versiegelung.
  7. Kontrolle und Übergabe. Schichtdicke, Anschlusshöhen und Abläufe werden geprüft und dokumentiert.

Bei Anschlüssen gilt die Regel der Flachdachrichtlinie: Die Abdichtung wird an Wänden und Türen in der Regel mindestens 15 cm über die Oberfläche des Belags hochgeführt. Niedrigere Türschwellen sind nur mit Zusatzmaßnahmen wie einer Entwässerungsrinne vor der Tür zulässig.

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Die fünf häufigsten Fehler

  • Zu dünn aufgetragen. Wer Material spart, unterschreitet die Mindestschichtdicke. Von oben sieht die Fläche trotzdem fertig aus.
  • Falsche oder fehlende Grundierung. Die Abdichtung löst sich nach ein, zwei Wintern in Platten vom Untergrund.
  • Auf feuchtem Untergrund gearbeitet. Feuchte unter dem Harz führt zu Blasen und Haftungsverlust.
  • Wasser im Altaufbau eingeschlossen. Wer über alte Fliesen beschichtet, unter denen bereits Wasser steht, versiegelt den Schaden nur.
  • Kein Gefälle hergestellt. Stehendes Wasser verkürzt die Lebensdauer jeder Abdichtung. Balkone brauchen mindestens 1,5 % Gefälle vom Gebäude weg.

Was kostet eine Flüssigkunststoff-Abdichtung?

Eine fachgerecht ausgeführte Flüssigkunststoff-Abdichtung kostet rund 30 bis 120 Euro pro m² netto inklusive Material und Arbeit (Stand 2026). PU-Systeme auf einfachen Flächen liegen am unteren Ende, PMMA-Systeme auf kleinen Balkonen mit vielen Anschlüssen am oberen.

Leistung (netto, Material + Arbeit, Stand 2026)Richtwert
PU-Flüssigabdichtung, Flächeca. 30–60 €/m²
PMMA-Flüssigabdichtung mit Vlies und Deckschicht, Flächeca. 50–90 €/m²
Balkonabdichtung mit Flüssigkunststoff inkl. Vorarbeiten und Anschlüssenca. 50–120 €/m²
Zum Vergleich: Flachdach neu abdichten mit Bahnenab ca. 40 €/m²
DIY-Reparaturset 1 kg (Baumarkt/Online, Material)ca. 18–40 € je Set

Diese Faktoren treiben den Preis:

  • Zustand des Untergrunds: Abschleifen, Reprofilieren oder Betoninstandsetzung kosten oft mehr als die Abdichtung selbst
  • Anzahl der Anschlüsse: Türschwellen, Wandanschlüsse, Geländerpfosten und Abläufe sind Handarbeit und werden meist nach laufendem Meter oder Stück berechnet
  • Flächengröße: Auf 5 m² fallen Baustelleneinrichtung und Anfahrt stärker ins Gewicht als auf 100 m²
  • Harz und Deckschicht: PMMA ist teurer als PU, eine farbige Verschleißschicht mit Chips teurer als eine reine Versiegelung
  • Zugang: Gerüst, Innenhof, Material über das Treppenhaus

Warum findet man im Internet auch Werte von 25 bis 40 Euro pro m²? Solche Zahlen beziehen sich meist auf die reine Fläche ohne Untergrundvorbereitung und ohne Details, oder auf das Material allein. Ein Angebot, das nur die Fläche bepreist, ist deshalb nicht mit einem Komplettangebot vergleichbar.

Rechenbeispiele

Balkon mit 5 m²: Für einen Balkon dieser Größe in Offenbach rechnen wir bei einer Teilsanierung mit rund 750 bis 2.000 Euro, bei einer Komplettsanierung mit 2.000 bis 5.000 Euro. Der Quadratmeterpreis liegt damit deutlich über dem Flächenrichtwert. Grund sind die Anschlüsse: Türschwelle, Wandanschluss, Randabschluss und Geländerpfosten machen bei kleinen Flächen einen großen Teil der Arbeit aus. Mehr zur Region finden Sie auf unserer Seite zur Balkonsanierung in Offenbach am Main.

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Flachdach mit 100 m²: Mit Flüssigkunststoff vollflächig abgedichtet ergibt der Flächenrichtwert von 50 bis 120 Euro pro m² rund 5.000 bis 12.000 Euro netto. Eine neue Abdichtung mit Bahnen liegt ab etwa 40 Euro pro m². Auf großen, ruhigen Dachflächen ist die Bahn deshalb oft wirtschaftlicher. Flüssigkunststoff kommt dort gezielt an Details zum Einsatz.

Wie lange hält eine Flüssigkunststoff-Abdichtung?

Eine fachgerecht ausgeführte Flüssigkunststoff-Abdichtung hält auf dem Flachdach rund 20 bis 25 Jahre, auf Balkonen in der Regel 15 bis 20 Jahre. Auf dem Balkon fällt der Wert niedriger aus, weil Begehung, Möbel, Blumenkübel und Streusalz die Oberfläche zusätzlich belasten.

Hochwertige Systeme werden nach der europäischen Prüfgrundlage ETAG 005 für eine angenommene Nutzungsdauer von 25 Jahren bewertet (Stufe W3). Das ist ein Prüfkriterium, keine Garantie, und setzt fachgerechte Verarbeitung und Wartung voraus.

Die Lebensdauer verkürzen vor allem:

  • zu geringe Schichtdicke
  • stehendes Wasser durch fehlendes Gefälle oder verstopfte Abläufe
  • mechanische Schäden, etwa durch Möbelfüße oder Schneeschaufeln
  • eine verschlissene, nie erneuerte Deckschicht

Die Deckschicht ist eine Verschleißschicht. Sie lässt sich nach einigen Jahren reinigen, anschleifen und neu versiegeln, ohne die Abdichtung darunter anzufassen. Eine jährliche Kontrolle im Rahmen der Wartung zeigt, wann das nötig ist.

Vorteile und Nachteile von Flüssigkunststoff

Der größte Vorteil von Flüssigkunststoff ist die nahtlose Abdichtung komplizierter Details, der größte Nachteil die Abhängigkeit von Untergrund und Verarbeitung.

Vorteile:

  • nahtlos, ohne Nähte und Überlappungen als Schwachstelle
  • haftet vollflächig, Wasser kann bei einer Fehlstelle nicht unter der Abdichtung wandern
  • passt sich jeder Form an: Rohre, Ecken, Pfosten, Profile
  • ohne offene Flamme verarbeitbar
  • PMMA: nach etwa einer Stunde wieder begehbar
  • direkt nutzbare, rutschhemmende Oberfläche möglich, ohne separaten Belag
  • geringe Aufbauhöhe, wichtig bei niedrigen Türschwellen

Nachteile:

  • teurer als Bahnen auf großen Flächen
  • sehr empfindlich gegenüber Fehlern in der Untergrundvorbereitung
  • wetterabhängig: Regen, Tau und Untergrundfeuchte verhindern die Verarbeitung
  • PMMA riecht stark, PU härtet langsam
  • die Qualität der Schichtdicke lässt sich nach dem Aushärten nur mit Aufwand prüfen

Flüssigkunststoff, Bitumen oder Folie: was ist besser?

Kein System ist grundsätzlich besser. Flüssigkunststoff gewinnt bei Details und kleinen Flächen, Bitumen und Folie bei großen, einfachen Flächen. Zweilagige Polymerbitumenbahnen halten auf dem Flachdach etwa 25 bis 30 Jahre, EPDM-Folien oft länger. Sie sind auf großen Flächen günstiger und robuster gegen Verarbeitungsfehler, weil die Schichtdicke werkseitig feststeht.

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Viele gute Flachdächer kombinieren deshalb beides: Bahnen in der Fläche, Flüssigkunststoff an Attika, Gully und Lichtkuppel. Wichtig ist dabei, dass Bahn und Flüssigkunststoff aus verträglichen Systemen stammen. Frisch verlegtes Bitumen braucht je nach Hersteller eine Wartezeit oder eine spezielle Grundierung, bevor es überarbeitet werden darf.

Normen und Nachweise: DIN 18531, Flachdachrichtlinie, ETAG 005

Flüssigkunststoff ist eine normgerechte Abdichtung, wenn ein geprüftes System nach DIN 18531 und Flachdachrichtlinie fachgerecht eingebaut wird. Die wichtigsten Regelwerke:

  • DIN 18531 regelt die Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen (Teil 5). Sie nennt Flüssigkunststoffe ausdrücklich als Abdichtungsstoff, legt Mindestschichtdicken fest und unterscheidet Anwendungskategorien (K1 Standard, K2 höherwertig, etwa über Wohnräumen).
  • Flachdachrichtlinie (Fachregel für Abdichtungen des ZVDH): die Regel des Dachdeckerhandwerks mit Vorgaben zu Anschlusshöhen, Gefälle und Ausführung der Details.
  • ETAG 005 ist die europäische Prüfgrundlage für flüssig aufzubringende Dachabdichtungen. Sie wurde vom Europäischen Bewertungsdokument EAD 030350-00-0402 abgelöst. Systeme mit einer Europäischen Technischen Bewertung (ETA) weisen darüber ihre Leistungsstufen aus.

Die ETA-Leistungsstufen lohnen einen Blick ins Datenblatt:

KürzelBedeutungFür Balkon und Dach sinnvoll
W1 / W2 / W3angenommene Nutzungsdauer 5 / 10 / 25 JahreW3
P1 bis P4Nutzlast, von gering bis besonders hochP3 bis P4 bei begangenen Flächen
M / SKlimazone moderat / strengS für Deutschland auf der sicheren Seite

Ein Produkt ohne ETA oder Prüfzeugnis kann für eine Ausbesserung reichen. Als Abdichtung eines Balkons über Wohnraum oder eines Flachdachs ist es nach den Regeln der Technik keine sichere Grundlage.

Kann man Flüssigkunststoff selbst auftragen?

Kleine Reparaturen an untergeordneten Bauteilen sind mit Flüssigkunststoff in Eigenleistung möglich. Die Abdichtung eines Balkons über Wohnraum oder eines Flachdachs gehört in die Hand eines Fachbetriebs. Für ein Gartenhausdach, eine Mülltonnenbox oder einen Riss an einem Blechanschluss ist ein 1K-Set aus dem Baumarkt eine vernünftige Lösung.

Die Grenzen liegen woanders als oft gedacht. Das Auftragen selbst ist nicht schwer. Schwer sind:

  • die Diagnose, ob Wasser bereits im Aufbau steht
  • die Beurteilung von Haftung, Restfeuchte und Tragfähigkeit des Untergrunds
  • die Wahl der richtigen Grundierung für den jeweiligen Untergrund
  • das gleichmäßige Erreichen der Mindestschichtdicke auf der ganzen Fläche
  • die Ausbildung der Anschlüsse an Tür, Wand und Ablauf mit korrekter Höhe

Ein weiterer Punkt: Bei Eigenleistung gibt es keine Gewährleistung durch einen Betrieb. Bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft ist die Abdichtung eines Balkons zudem meist Gemeinschaftseigentum und darf nicht ohne Beschluss verändert werden. Was Sie vorab selbst prüfen können, zeigt unser Ratgeber Balkon abdichten.

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Woran Sie ein gutes Angebot erkennen

Ein seriöses Angebot für eine Flüssigkunststoff-Abdichtung nennt System, Schichtaufbau und alle Anschlüsse einzeln. Prüfen Sie:

  • Ist das System benannt (Harzart PMMA oder PU, Grundierung, Vlies, Deckschicht)?
  • Wird eine Mindestschichtdicke angegeben?
  • Sind Untergrundvorbereitung und eventuelle Betoninstandsetzung als eigene Positionen aufgeführt?
  • Sind Anschlüsse (Tür, Wand, Ablauf, Pfosten) mit Menge und Preis erfasst?
  • Ist das Gefälle berücksichtigt?
  • Gibt es eine schriftliche Gewährleistung oder Garantie?

Häufige Fragen zur Flüssigkunststoff-Abdichtung

Wie lange hält eine Abdichtung mit Flüssigkunststoff?

Eine fachgerecht ausgeführte Flüssigkunststoff-Abdichtung hält auf dem Flachdach rund 20 bis 25 Jahre, auf Balkonen meist 15 bis 20 Jahre. Geprüfte Systeme werden nach ETAG 005 für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren bewertet. Entscheidend sind ausreichende Schichtdicke, Gefälle ohne stehendes Wasser und eine Deckschicht, die bei Verschleiß erneuert wird.

Für was nimmt man Flüssigkunststoff?

Flüssigkunststoff wird zur Abdichtung von Balkonen, Loggien, Terrassen und Flachdächern verwendet. Besonders stark ist er an Details: Attika, Gullys, Lichtkuppeln, Rohrdurchführungen, Geländerpfosten und Türanschlüsse. Dort passt er sich jeder Form an und dichtet nahtlos ab, wo Bahnen nur mit vielen Zuschnitten und Nähten verlegt werden könnten.

Was ist besser, Bitumen oder Flüssigkunststoff?

Das hängt von der Fläche ab. Bitumenbahnen sind auf großen, einfachen Dachflächen günstiger und halten zweilagig etwa 25 bis 30 Jahre. Flüssigkunststoff ist bei kleinen Flächen und vielen Anschlüssen überlegen, weil er nahtlos und ohne Flamme verarbeitet wird. Viele Flachdächer kombinieren deshalb Bitumen in der Fläche mit Flüssigkunststoff an den Details.

Ist Flüssigkunststoff dicht?

Ja, ein geprüftes Flüssigkunststoff-System mit Vlieseinlage ist eine vollwertige Abdichtung nach DIN 18531 und Flachdachrichtlinie. Voraussetzung ist, dass die Mindestschichtdicke erreicht wird und das Harz auf einem trockenen, tragfähigen und grundierten Untergrund haftet. Dünne Anstriche oder Reparaturprodukte ohne Vlies erreichen diese Dichtheit dagegen nicht dauerhaft.

Was ist besser, Flüssigkunststoff oder Epoxidharz?

Für Abdichtungen im Freien ist Flüssigkunststoff auf PMMA- oder PU-Basis die richtige Wahl. Epoxidharz ist hart und kaum dehnfähig, deshalb überbrückt es keine Risse und reagiert empfindlich auf Temperaturbewegungen. Es wird vor allem als Grundierung oder als Beschichtung von Industrie- und Garagenböden eingesetzt, nicht als bewitterte Abdichtung von Balkon oder Dach.

Wie viele Schichten Flüssigkunststoff braucht man?

Ein Abdichtungssystem besteht aus Grundierung, Abdichtungsschicht und Deckschicht. Die Abdichtungsschicht wird nass in nass aufgebaut: Harz auftragen, Vlies einlegen, sofort mit weiterem Harz sättigen. Häufig wird etwa zwei Drittel des Harzes unter und ein Drittel über dem Vlies aufgetragen. Maßgeblich ist die vom System geforderte Mindestschichtdicke, nicht die Anzahl der Durchgänge.

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Kann man Flüssigkunststoff auf Fliesen auftragen?

Ja, mit geeigneten Systemen ist das möglich, wenn die Fliesen fest haften und kein Wasser im Aufbau darunter steht. Die Fliesen werden angeschliffen, gereinigt und mit einer passenden Grundierung vorbehandelt. Ist der Untergrund hohl oder bereits durchfeuchtet, versiegelt die neue Schicht nur den Schaden. Dann müssen die Fliesen vorher entfernt werden.

Was kostet eine Flüssigkunststoff-Abdichtung pro m²?

Fachgerecht ausgeführt kostet eine Flüssigkunststoff-Abdichtung rund 30 bis 120 Euro pro m² netto inklusive Material und Arbeit (Stand 2026). PU-Systeme auf einfachen Flächen liegen bei etwa 30 bis 60 Euro, PMMA-Systeme bei etwa 50 bis 90 Euro. Kleine Balkone mit vielen Anschlüssen und Untergrundvorbereitung erreichen den oberen Bereich.

Flüssigkunststoff-Abdichtung vom Meisterbetrieb aus Frankfurt

RAMA Abdichtungstechnik ist Dachdeckermeisterbetrieb in dritter Generation mit Sitz im Otto-Ernst-Weg 3, 65929 Frankfurt-Unterliederbach. Wir prüfen Untergrund, Gefälle und Anschlüsse vor Ort und schlagen vor, was der Befund hergibt: eine Flüssigkunststoff-Abdichtung aus PMMA oder PU mit Vlieseinlage auf intakter Platte, einen neuen Aufbau mit Gefälle oder zuerst eine Betoninstandsetzung. Im gesamten Rhein-Main-Gebiet, zum Beispiel bei der Flachdachabdichtung in Offenbach, erhalten Sie ein schriftliches Festpreisangebot und 10 Jahre Garantie auf unsere Abdichtungsarbeiten.

Erstbesichtigung und Kostenvoranschlag sind kostenlos. Telefon 069/36007080 → Termin anfragen

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